Schleswig-Holstein-Service Maßnahmenpläne Antibiotikaminimierung


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Maßnahmenpläne Antibiotikaminimierung - Hilfe

> Download und Speichern der Formulare
> Ausfüllen der Formulare
> Upload der Formulare


FAQ

> Allgemeines
> Betriebliche halbjährliche Therapiehäufigkeit und Kennzahlen
> Antibiotikaminimierung
> Daten/Datenschutz


> Seit wann sind die Regelungen wirksam?
> Wer ist die zuständige Behörde nach den §§ 58 a-d und f des AMG?
> Was ist die Antibiotikadatenbank?
> Wie erhält der Tierhalter Zugang zur Antibiotika-Datenbank?
> Wer ist für technische Rückfragen zur HIT-Datenbank zuständig?
> Wer muss sich bei der Datenbank melden?
> Gibt es Bestandsuntergrenzen für die Meldepflicht?
> Darf in einem Betrieb eine Nutzungsart, die unter den Bestandsuntergrenzen liegt, als mitteilungspflichtig gemeldet werden?
> Wer erfasst die Daten?
> Muss der Tierhalter alle Mitteilungen persönlich machen oder besteht die Möglichkeit andere damit zu beauftragen?
> Entstehen durch die Antibiotikameldung Kosten?
> Was passiert mit den Daten?
> Ist eine Nullmeldung verpflichtend?
> Was bedeutet die betriebliche halbjährliche Therapiehäufigkeit (BHT)?
> Was bedeuten die Kennzahlen 1 und 2?
> Wie muss der Tierhalter die Kennzahlen anwenden?
> Welche Verpflichtungen ergeben sich für den Tierhalter aus den errechneten Kennzahlen?
> Welche Befugnisse hat die zuständige Behörde bei Überschreitung der Kennzahlen?
> Wie sicher sind die Daten, die gemeldet werden?
> Kann der Tierhalter seine Daten jederzeit einsehen?
> Wie lange werden die im Rahmen der 16. AMG-Novelle gemeldeten und ermittelten Daten aufbewahrt?


Download und Speichern der Formulare

Laden Sie das passende Formular per Klick herunter. Wir empfehlen eine direkte Speicherung unter dem korrekten Dateinamen, siehe „Speichern der Formulare“.

Speichern Sie das Formular unter einem Dateinamen nach folgendem Schema: VVVO-Nr--Tierart--Tagesdatum.pdf (Beispiel mit Schweineformular, VVVO-Nr. 10530140151: „10530140151_Schwein_170621.pdf“).

Ausfüllen der Formulare

Sichern Sie beim Ausfüllen Ihre Eingaben durch regelmäßige Zwischenspeicherung.

Upload der Formulare

Speichern Sie zunächst das Formular unter einem Dateinamen nach folgendem Schema: VVVO-Nr--Tierart--Tagesdatum.pdf (Beispiel mit Schweineformular, VVVO-Nr. 10530140151: „10530140151_Schwein_170621.pdf“).

Laden Sie dann das ausgefüllte Formular hoch über die dafür vorgesehene Maske in diesem Online-Dienst.

Einreichen der Untersuchungsbefunde
Senden Sie die Untersuchungsbefunde an: tierarzneimittel@lsh.landsh.de


Allgemeines

Seit wann sind die Regelungen wirksam?

Seit dem 1. April 2014 ist das neue AMG geltendes Recht.

Wer ist die zuständige Behörde nach den §§ 58 a-d und f des AMG?

Die zuständige Behörde ist das Landeslabor Schleswig-Holstein, Neumünster.

Was ist die Antibiotikadatenbank?

Die Antibiotika-Datenbank ist eine gemeinsame, bundeseinheitliche und zentral arbeitende Datenbank der Länder. Sie ist das Herzstück der 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes und Werkzeug zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes in der Masttierhaltung. Um den Tierhaltern Mehrfacheingaben zu ersparen, wurde sie zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der Länder für Tierarzneimittel als weiteres Modul der HIT-Datenbank (Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere) entwickelt.

Wie erhält der Tierhalter Zugang zur Antibiotika-Datenbank?

Die Antibiotika-Datenbank wird unter https://www1.hi-tier.de/HitCom/login.asp aufgerufen. Für den Zugang muss sich der Tierhalter mittels seiner Registriernummer nach Viehverkehrsverordnung und einer PIN autorisieren. Nach erfolgter Autorisierung findet man die Antibiotika-Datenbank unter „Auswahlmenü Tierarzneimittel / Antibiotika (TAM)“. Dort sind verschiedene Eingabemasken eingerichtet, mit deren Hilfe die Mitteilungen über die Masttierhaltung, die Anwendung von Antibiotika und die Veränderungen im Tierbestand eingegeben werden können.

Wer ist für technische Rückfragen zur HIT-Datenbank zuständig?

Für alle technischen Fragen ist die HIT-Datenbank zuständig (helmut.hartmann@hi-tier.de).

Wer muss sich bei der Datenbank melden?

Tierhalter von zum Zwecke der Mast gehaltenen Rindern, Schweinen, Hühnern und Puten müssen seit dem zweiten Halbjahr 2014 ab einer bestimmten Bestandsgröße halbjährlich ihre Bestandsdaten und alle Antibiotikaanwendungen ihrer zuständigen Überwachungsbehörde melden.

Wer muss sich bei der Datenbank melden?

Die Bestandsgrößen, ab denen gemeldet werden muss, liegen bei: 20 Mastkälber bis zum Alter von 8 Monaten 20 Mastrinder ab einem Alter von 8 Monaten 250 Ferkel vom Absetzen bis zu einem Gewicht von einschließlich 30 kg 250 Mastschweine mit einem Gewicht von über 30 kg 1.000 Mastputen ab dem Schlüpfen 10.000 Masthühner ab dem Schlüpfen Die Grundlage ist die im Halbjahr durchschnittlich gehaltene Tierzahl. Die Bestandsuntergrenzen beziehen sich auf die Nutzungsart. Es können also bis zu 250 Mastschweine und 250 Mastferkel (bzw. 20 Mastkälber und 20 Mastrinder) gleichzeitig in einem Betrieb gehalten werden, ohne dass dieser Betrieb über die Bestandsuntergrenzen kommt.

Darf in einem Betrieb eine Nutzungsart, die unter den Bestandsuntergrenzen liegt, als mitteilungspflichtig gemeldet werden?

Nein, Betriebe mit "nicht mitteilungspflichtigen" Nutzungsarten (unter den Bestandsuntergrenzen) dürfen diese nicht als "mitteilungspflichtig" melden bzw. müssen eine bereits durchgeführte Meldung als "mitteilungspflichtig" stornieren. Sie können die Nutzungsart als "nicht mitteilungspflichtig" eintragen, wenn Sie die HIT-Datenbank trotzdem nutzen wollen.

Wer erfasst die Daten?

In Schleswig Holstein erfolgt die Erfassung dieser Daten durch den mitteilungspflichtigen Tierhalter entweder direkt oder schriftlich über die LKD (Landwirtschaftliche Kontroll- und Dienstleistungs-GmbH) in die bundeseinheitliche HIT – TAM - Datenbank (Herkunftssicherungs- und Informationssystem für Tiere, Bereich Tierarzneimittel). Die LKD ist beauftragte Stelle des für die Überwachung zuständigen Landeslabors Neumünster.

Muss der Tierhalter alle Mitteilungen persönlich machen oder besteht die Möglichkeit andere damit zu beauftragen?

Die vorgeschriebenen Mitteilungen können auch durch Dritte vorgenommen werden. Der Tierhalter zeigt dazu gegenüber der zuständigen Behörde den Dritten an und legt dabei fest, welche Mitteilungen durch den Dritten erfolgen und ob der Dritte in der Antibiotika-Datenbank vorhandene Angaben des betreffenden Betriebes einsehen darf. Die Anzeige kann schriftlich oder direkt in der Antibiotika-Datenbank erfolgen. Damit der Dritte Daten direkt in die Antibiotika-Datenbank eintragen kann, muss er sich mittels Registriernummer und PIN anmelden. Tierärzte beantragen in der Regel eine eigene Registriernummer für die HIT-Datenbank. Andere Personen, die im Auftrag des Tierhalters die Mitteilungen in die Antibiotika-Datenbank eintragen sollen (z. B. Steuerberater, Mitarbeiter des landwirtschaftlichen Betriebs), müssen ebenfalls eine Registriernummer beantragen. Die Anmeldung in der Antibiotika-Datenbank erfolgt unter der Registriernummer und einer eigenen PIN. Der Tierhalter bleibt weiterhin dafür verantwortlich, dass Mitteilungen zu seinem Betrieb vollständig, korrekt und fristgerecht in der Antibiotika-Datenbank vorliegen.

Entstehen durch die Antibiotikameldung Kosten?

Die elektronische Meldung ist kostenlos.

Was passiert mit den Daten?

Aus den Meldungen wird für jeden Betrieb und jede Nutzungsart gemäß Arzneimittelgesetz die individuelle betriebliche halbjährliche Therapiehäufigkeit (BHT) ermittelt. Der Therapiehäufigkeitsindex wird nicht pro Betrieb errechnet, sondern pro Nutzungsart. Ein Betrieb kann mehrere Nutzungsarten und somit mehrere Therapiehäufigkeitsindices haben. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) errechnet aus allen betriebsindividuellen Therapiehäufigkeiten des jeweiligen Halbjahres die bundesweiten halbjährlichen Therapiehäufigkeits-Indizes für jede Nutzungsart (Mastkälber, Mastrinder, Ferkel, Mastschweine, Masthühner und Mastputen) und veröffentlicht diese im Bundesanzeiger: als Kennzahl 1 und als Kennzahl 2.

Ist eine Nullmeldung verpflichtend?

Eine Nullmeldung, wenn kein Antibiotikaeinsatz erfolgt ist, ist nicht verpflichtend vorgegeben.

Betriebliche halbjährliche Therapiehäufigkeit und Kennzahlen

Was bedeutet die betriebliche halbjährliche Therapiehäufigkeit (BHT)?

Die betriebliche halbjährliche Therapiehäufigkeit gibt an, an wie vielen Tagen im abgelaufenen Halbjahr ein Tier im Durchschnitt im Bestand mit Antibiotika behandelt wurde. Sie erlaubt den Vergleich des Antibiotikaeinsatzes im Betrieb mit dem anderer Betriebe für diesen Zeitraum. Die betriebliche halbjährliche Therapiehäufigkeit wird für jede Nutzungsart getrennt ermittelt. Als Vergleichswerte werden bundesweit die Kennzahlen 1 und 2 ermittelt.

Was bedeuten die Kennzahlen 1 und 2?

Die Kennzahlen 1 und 2 werden aus den BHT aller Betriebe für das betroffene Halbjahr berechnet. Sie werden innerhalb von drei Monaten nach Ablauf des Halbjahres (d.h. im März bzw. im Oktober) im Bundesanzeiger, in der zentralen Datenbank des HI-Tier Bereichs TAM und in der Fachpresse veröffentlicht. Die Kennzahlen 1 und 2 werden getrennt für jede Nutzungsart berechnet.

Die Kennzahl 1 ist der Median, d. h. genau der Wert, der in der Mitte einer nach Größe sortierten Zahlenreihe steht.

Die Kennzahl 2 ist das 3. Quartil, d. h. werden die Werte wieder nach Größe sortiert, so liegen 75% der Werte unter diesem Wert, aber 25% oberhalb des Wertes.

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Antibiotikaminimierung

Wie muss der Tierhalter die Kennzahlen anwenden?

Der Tierhalter ist gemäß § 58d AMG verpflichtet, die für seinen Betrieb ermittelte betriebliche halbjährliche Therapiehäufigkeit mit den bundesweiten Kennzahlen 1 und 2 zu vergleichen und das Ergebnis in seinem Betrieb zu dokumentieren. Bitte beachten Sie, dass der Abgleich Ihrer betrieblichen halbjährlichen Therapiehäufigkeit mit den bundesweiten Kennzahlen bis spätestens zum 31.05. bzw. 30.11. erfolgt sein muss.

Welche Verpflichtungen ergeben sich für den Tierhalter aus den errechneten Kennzahlen?

Welche Maßnahmen notwendig sind, ergibt sich unmittelbar aus § 58 d Arzneimittelgesetz und richtet sich nach dem Ampelprinzip:

a) Die Therapiehäufigkeit Ihres Betriebes liegt unter der Kennzahl 1. Sie brauchen nichts zu unternehmen. Alles ist im grünen Bereich.

b) Die Therapiehäufigkeit Ihres Betriebes liegt zwischen der Kennzahl 1 und 2. Sie müssen mit Ihrem Tierarzt prüfen, ob Sie den Antibiotikaeinsatz in Ihrem Betrieb verringern können. Ihr Antibiotikaverbrauch liegt im gelben (Warn-)Bereich.

c) Die Therapiehäufigkeit Ihres Betriebes liegt über der Kennzahl 2. Sie müssen sich von Ihrem Tierarzt beraten lassen und einen schriftlichen Maßnahmenplan erstellen, um den Antibiotikaeinsatz in Ihren Betrieb zu verringern. Diesen Maßnahmenplan müssen Sie dem Landeslabor Schleswig-Holstein bis zum 31.01. bzw. 31.07. des jeweiligen Halbjahres vorlegen. Sind Maßnahmen notwendig, die länger als sechs Monate dauern, z. B. Umbauten, müssen Sie den Maßnahmenplan mit einem Zeitplan ergänzen.
Am besten erstellen Sie den Maßnahmenplan gemeinsam mit Ihrem Tierarzt!
Sie müssen auch dann einen Maßnahmenplan vorlegen, wenn Eingabefehler dazu geführt haben, dass ihre betriebliche Therapiehäufigkeit die Kennzahl 2 überschritten hat.

Welche Befugnisse hat die zuständige Behörde bei Überschreitung der Kennzahlen?

Die zuständige Behörde kann:
a) auf den erstellten Plan Einfluss nehmen,

b) Anordnungen treffen (z.B. hinsichtlich der Beachtung von bestimmten Leitlinien bei der Anwendung von antiobiotischen Arzneimitteln oder in Bezug auf Impfungen),

c) Anforderungen an die Haltung der Tiere stellen,

d) die Anordnung treffen, dass antibiotische Arzneimittel nur vom Tierarzt angewendet werden dürfen, sofern die Kennzahl 2 zweimal erheblich überschritten wurde,

e) das Ruhen der Tierhaltung für max. 3 Jahre anordnen, wenn aufgrund nicht befolgter Anordnungen die Kennzahl 2 wiederholt überschritten wurde.

Daten/Datenschutz

Wie sicher sind die Daten, die gemeldet werden?

Für die Anmeldung in der Datenbank sind die VVVO-Nummer und eine persönliche PIN nötig. Jeder Tierhalter kann nur die Daten seines Betriebes einsehen. Der Tierhalter kann den Tierarzt oder Dritte zur Antibiotikameldung beauftragen. Dies muss der Behörde gegenüber angezeigt werden. Der Tierhalter muss dem Dritten eine Vollmacht erteilen, Daten zu seinem Betrieb in die Antibiotikadatenbank eintragen und lesen zu dürfen. Die zuständige Behörde kann die gesetzlich geforderten Daten einsehen, andere Personen haben keinen Zugriff.

Kann der Tierhalter seine Daten jederzeit einsehen?

Ja, der Tierhalter kann seine Daten jederzeit einsehen.

Wie lange werden die im Rahmen der 16. AMG-Novelle gemeldeten und ermittelten Daten aufbewahrt?

Im Rahmen der 16. AMG-Novelle ermittelte Daten (u. a. Tierbewegungen, Arzneimittelanwendungen Therapiehäufigkeit) sind von den Behörden für die Dauer von sechs Jahren aufzubewahren. Die Frist beginnt mit Ablauf des 30. Juni oder des 31. Dezember desjenigen Halbjahres, in dem die bundesweite halbjährliche Therapiehäufigkeit bekannt gegeben worden ist. Nach Ablauf dieser Frist sind die Daten zu löschen.